Radrennen Eschborn-Frankfurt am 1. Mai Experte Rick Zabel erwartet eine "absolute Wundertüte"
Einst wurde Rick Zabel beim hessischen Radklassiker selbst Zweiter, in diesem Jahr begleitet der Ex-Profi das Traditionsrennen am 1. Mai als TV-Experte. Vorab spricht er über das zu erwartende offene Rennen, die grandiose Stimmung und einen "alten Fuchs".

Zuletzt nutzte Rick Zabel den Familientrip nach Mallorca noch für einen kleinen Radausflug, wobei klein eindeutig im Auge des Betrachters liegt. Der ehemalige Profi also drehte die große Schleife auf der beliebten Ferieninsel, einmal rundherum, 312 Kilometer, 4.500 Höhenmeter, fast elf Stunden. Der 32-Jährige liebt diese Herausforderungen, diese Anstrengungen, ja er liebt den Radsport.
Nach dem Ende der aktiven Karriere ist der dreifache Familienvater zwar aus den Pelotons der strampelnden Elite verschwunden, er verfolgt sie aber weiterhin sehr genau. Zabel ist Influencer, begeistert Tausende mit seinem Content in den Sozialen Medien - oft über Radsport, nicht selten auch über Privates. Zabel baut gerade mit seiner Frau ein Haus im Raum Köln, er besitzt ein durch eine Netflix-Doku bekannt gewordenes Hausboot in Hamburg, er hat einen Podcast gemeinsam mit der Radsport-Legende Jan Ullrich. Und er arbeitet regelmäßig als TV-Experte – wie am 1. Mai in Frankfurt. "Ich freue mich riesig darauf", sagt Zabel dem hr-sport.
Einmal war Zabel selbst Zweiter
Gemeinsam mit dem langjährigen Tour-de-France-Kommentator Florian Naß wird Zabel durch die rund fünf Stunden des Radklassikers Eschborn-Frankfurt führen (ab 11.40 Uhr/live im hr-fernsehen und im Stream von hessenschau.de). Den Experten verbindet eine "ganz lange Geschichte" mit dem hessischen Traditionsrennen, wie er sagt. Schon als Kind stand er an der Strecke, als sein Vater Erik Zabel, zwölfmaliger Etappengewinner bei der Frankreich-Schleife, mit drei Erfolgen zum deutschen Rekordsieger des hessischen Klassikers (1999, 2002, 2005) avancierte – damals noch als "Rund um den Henninger Turm" betitelt.
Auch strampelte Rick Zabel erst als Junior und später als Profi selbst über die Strecke. 2017 wurde er sogar Zweiter - mehr oder weniger unfreiwillig. Eigentlich war Zabel damals als Anfahrer des Seriensiegers Alexander Kristoff (insgesamt vier Erfolge) unterwegs, hatte jedoch an diesem Tage so gut Beine, dass er das restliche Feld hinter sich ließ und direkt hinter seinem norwegischen Teamkollegen über den Zielstrich raste. Eine bleibende Erinnerungen, ebenso wie das, was danach passierte: "Die Nationalhymne hat nicht funktioniert, also musste Alex selbst singen", erinnert sich Zabel.

Zabel erwartet "grandiose Stimmung"
Damals war das Rennen noch eines für Vollblut-Sprinter wie Zabel und Kristoff. Heute hätten sie keine Chance mehr. Zu oft geht es durch die Streckenveränderungen in den vergangenen Jahren nach oben im Taunus. "Es ist das anspruchsvollste Eintagsrennen in Deutschland, die Höhenmeter machen es aus", so Zabel.
Allrounder wie Brandon McNulty oder Tim Wellens, auch sehr bergfeste Sprinter wie Vorjahressieger Michael Matthews, zählt der Experte daher bei der 2026er-Ausgabe von Eschborn-Frankfurt zu den Favoriten. Aber: "Das Rennen ist immer eine absolute Wundertüte." Man weiß nie, was kommen wird. Mit einer Ausnahme: der Stimmung. Die sei immer "grandios", sagt Zabel, "dafür ist das Rennen bekannt."
Zabel adelt Degenkolb als "Radsport-Legende"
Seinem deutschen Ex-Kollegen John Degenkolb, der bei seinem Heimrennen gewiss über noch mehr Expertise als Zabel verfügt, traut er derweil zwar nicht mehr den Sieg zu, der Respekt für den 37-Jährigen aber ist riesig. Degenkolb, sagt Zabel mit einem Lächeln, sei zum einen "ein alter Fuchs", zum anderen eine "deutsche Radsport-Legende". Und obendrein vor allem "ein geiler Typ". Nicht wenige Menschen würden Ähnliches wohl auch über Rick Zabel sagen.