Radrennen am 1. Mai So hart ist die Strecke beim Radrennen Eschborn-Frankfurt 2026
Hoch und runter - immer wieder: Die Strecke beim Radrennen Eschborn-Frankfurt 2026 ist noch hügeliger als in den Jahren zuvor. Die Annäherung an bekannte Klassiker des Radsport-Kalenders ist in vollem Gange.
Der Taunus und seine Radstrecken sind für Profi-Strampler John Degenkolb die pure Heimat. Hier kennt er jede Straße, jeden noch so kleinen Weg, natürlich auch die anstrengenden Anstiege und rauschenden Abfahrten. Am meisten, so erzählte es der 37-Jährige kürzlich, genieße er die Fahrt vom Sandplacken (669 Meter hoch gelegen) hinunter zu seinem Wohnort in Oberursel. Abwärts ausrollen aufs heimische Sofa. Und Feierabend.
Beim Radrennen Eschborn-Frankfurt am 1. Mai (ab 11.40 Uhr live im hr-fernsehen und im Livestream von hessenschau.de) kündigt sich Degenkolb und Kollegen allerdings alles andere als ein gemütlicher Rad-Ausflug an. Dank Fabian Wegmann. Der ist Rennleiter bei Eschborn-Frankfurt und hat sich für die 63. Ausgabe des Klassikers etwas ganz Fieses ausgedacht. Es geht so oft nach oben wie nie zuvor. Mehr als 3.300 Höhenmeter stehen dem Peloton während der rund 210 Kilometer bevor. Es geht zweimal hinauf auf den Feldberg, dreimal den berüchtigten Mammolshainer Stich empor. Und, und, und.
Burgweg als zusätzliche Hürde
Bereits im vierten Jahr ist die Streckenführung im Vergleich zu früher grundlegend verändert. Weg von einem Rennen für Sprinter, hin zu einem für Allrounder und Berg-Ästheten. Und in diesem Jahr wurde der Schwierigkeitsgrad sogar noch einmal erhöht, "wir haben noch mal einen kleinen Hügel gefunden", sagt Wegmann.
Gemeint ist der Burgweg in Schmitten-Niederreifenberg, unterhalb der Burgruine Oberreifenberg gelegen. Er wird erstmals in diesem Jahr und dann gleich dreimal während des Rennens befahren. Die Parameter: nur 600 Meter kurz, dafür elf Prozent steil. Ein idealer Ort, um Attacken zu starten oder mit Tempoverschärfungen das Feld auszudünnen. "Wir wollen damit das Rennen animieren", sagt Wegmann. Die erste Überfahrt am Burgweg steht bereits 49 Kilometer nach dem Start in Eschborn an.
Annäherung an Ardennen-Klassiker
Es soll also früher als in den vergangenen Jahren zur Sache gehen, das oft lange vor sich hinradelnde Hauptfeld zu mehr Aktionen bewegt, womöglich auch in mehrere Gruppen gesprengt werden. Der Feldberg wird entsprechend über die selektivere Südwestseite angegangen. Auch sind nach der letzten der drei Anstiege am Mammolshainer Stich weniger Kilometer als in den Jahren zuvor bis ins Ziel an der Alten Oper zurückzulegen.
Die Chance für die kräftigen Jungs des Feldes, die Sprinter, sinkt damit deutlich. Dass ein mehr oder weniger geschlossenes Hauptfeld am Ende in der Frankfurter Innenstadt um den Sieg sprintet, ist unwahrscheinlich. Insgesamt soll sich Eschborn-Frankfurt noch mehr als ohnehin schon an die hügeligen Ardennen-Klassiker wie Flèche Wallonne oder Lüttich–Bastogne–Lüttich annähern. Das Ziel: Die Klassikerspezialisten sollen ihre Hauptsaison noch ein wenig verlängern.
Hochspannung bis zum Schluss erwartet
Viele Teams reagieren auf die Strecke wie von den Organisatoren erhofft mit ihrer personellen Besetzung, teils gehören sogar ausgewiesene Bergspezialisten zu den Aufgeboten. Freilich wird auch weiterhin eine gewisse End-Schnelligkeit vonnöten sein. Vergangenes Jahr hatte mit Michael Matthews ein bergfester Sprinter gewonnen. Kurzum: Die Strecke ist hart, aber nicht zu hart, sie garantiert ein offenes Ende und damit Hochspannung bis zum Schluss.