Abstiegs-Konkurrenz kann überholen Bei der HSG Wetzlar beginnt das große Zittern
Die Niederlage in Göppingen tut der HSG Wetzlar richtig weh. Erst in den letzten Minuten verloren die Mittelhessen das Spiel. Damit beginnt das große Zittern, schon am Freitag kann die Konkurrenz vorbeiziehen.
Beim Manager der HSG Wetzlar, Michael Allendorf, bleibt am Freitagabend der Fernseher aus. Die Spiele der Konkurrenten im Abstiegskampf zu schauen, das schafft Allendorf nervlich nicht. So wie ihm wird es bestimmt vielen in Wetzlar gehen. Denn eigentlich hatten die Mittelhessen bei ihrem Spiel am Donnerstagabend in Göppingen vorlegen wollen - doch das Gegenteil passierte.
Obwohl die HSG im Spiel fast die gesamte zweite Halbzeit führte, zehn Minuten vor Schluss sogar mit drei Toren Vorsprung, verloren die Mittelhessen am Ende unglücklich mit 30:31. Läuft alles richtig schief, könnte sich die HSG Wetzlar schon am Freitagabend wieder auf einem Abstiegsplatz wiederfinden. "Wir hätten in Göppingen besser verteidigen müssen", analysierte HSG-Coach Runar Sigtryggsson nach der bitteren Niederlage.
"Köpfe nicht hängen lassen"
Sigtryggsson muss nun erst einmal mentale Aufbauarbeit leisten, zu geknickt waren seine Spieler nach der Niederlage in Göppingen. "Wir dürfen nicht die Köpfe hängen lassen und müssen mitnehmen, was gut war, und aus den Fehlern lernen." Noch ist die HSG auf einem Nicht-Abstiegsplatz. Mit der Betonung auf "noch".
Sollte der Tabellenborletzte aus Minden im Keller-Duell gegen den Viertletzten Bergischer HC gewinnen, würde sich Minden in der Tabelle vor das Team aus Wetzlar schieben. Ebenfalls am Freitag spielt der Tabellenletzte Leipzig in Hannover. Bei einem Leipziger Sieg wären die Sachsen punktgleich mit Wetzlar, nur um einige Tore schlechter. Dann geht das Zittern richtig los.
Langes Warten auf die mögliche Wiedergutmachung
Für die HSG ist nun aber erst einmal Pause angesagt. Wetzlar spielt - wegen der Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft am 15. und 17. Mai gegen Dänemark - erst wieder in gut zwei Wochen, am Samstag, den 23. Mai, zuhause gegen Erlangen. Das nächste Endspiel um den Klassenerhalt.
Danach kommen noch das Auswärtsspiel beim HSV Hamburg und das finale Heimspiel gegen den SC Magdeburg, der schon an diesem Wochenende vorzeitig die Meisterschaft klarmachen kann. Im letzten Saisonspiel gegen Magdeburg könnte die HSG eine Chance haben, denn eine Woche danach spielt der SC Magdeburg am 13. und 14. Juni in Köln beim Final Four um den Titel in der Champions League und könnte gegen Wetzlar seine Kräfte schonen.
Nach der Niederlage in Göppingen können die Mittelhessen den Klassenerhalt aktuell nicht mehr aus eigener Kraft schaffen. Aber möglicherweise ändert sich das schon am Freitagabend, auch wenn Manager Michael Allendorf bei den Spielen der Konkurrenz nicht hinschauen mag.