Neuer Wehrdienst Antreten zur Musterung in Kassel und Wiesbaden

Im Dezember wurde eine Wehrdienstreform beschlossen. Jetzt hat das Verteidigungsministerium bekanntgegeben, wo junge Hessen gemustert werden sollen. Gegen den neuen Wehrdienst regt sich heute erneut Protest.

Das Bild zeigt zwei Bundeswehr-Rekruten von hinten. Sie tragen eine grün-braun gemusterte Bundeswehr-Uniform und Helme sowie Gehörschutz und laufen über eine Wiese.
Rekruten der Bundeswehr bei einem Medientag (Sujetbild). Bild © picture alliance/dpa | Federico Gambarini

In Kassel und Wiesbaden sollen sogenannte Musterungszentren für den freiwilligen Wehrdienst entstehen. Das teilte das Bundesverteidigungsministerium mit.

In den Zentren soll die grundsätzliche Eignung der Bewerber und Bewerberinnen für den Dienst in der Bundeswehr geprüft werden.

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Die beiden Städte sind bereits Standorte der Bundeswehr. Laut Verteidigungsministerium sollen die dortigen Zentren aber außerhalb der dortigen Liegenschaften entstehen. Sie würden den bestehenden Karrierecentern zugeordnet.

Bundeswehr will externe Räumlichkeiten anmieten

Bundesweit sind demnach insgesamt 24 solcher Musterungszentren geplant, teilweise auch in Städten, die bislang keine Bundeswehr-Standorte waren. Dafür würden auch externe Objekte angemietet.

Die Standorte seien nach aktuellen Daten der statistischen Bevölkerungsverteilung ausgewählt worden, hieß es am Donnerstag vom Ministerium. Man habe sich gezielt für Regionen mit hoher Bevölkerungsdichte und einem potenziell großen Bewerberaufkommen entschieden.

Verpflichtende Musterung für Männer

Die Bundesregierung hatte im vergangenen Dezember nach monatelangem Ringen eine Reform des bisherigen Wehrdienstes beschlossen. Es soll die Zahl der Streitkräfte erhöhen - möglichst auf freiwilliger Basis.

Ein wesentlicher Bestandteil des Gesetzes ist allerdings die Wiedereinführung einer verpflichtenden Musterung, also einer ärztlichen Untersuchung zur Wehrdiensttauglichkeit, für alle Männer ab Jahrgang 2008.

Die Kapazitäten dafür würden nun sukzessive aufgebaut, kündigte das Verteidigungsministerium an. Das erste Zentrum soll noch in diesem Jahr seine Arbeit aufnehmen. Für die einzelnen Musterungszentren würden jeweils rund 50 zivile Dienstposten bereitgestellt. Die flächendeckende Musterung sei ab Mitte 2027 geplant.

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Fast 30 Prozent der Fragebögen unbeantwortet

Seit Anfang des Jahres verschickt das Verteidigungsministerium Fragebögen an alle jungen Männer und Frauen, die volljährig geworden sind und damit für den freiwilligen Wehrdienst infrage kommen. Für Männer ist die Rückmeldung verpflichtend. Laut Bundeswehr gab es allerdings auf jeden vierten der bisher verschickten Fragebögen bisher keine Antwort.

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Demonstrationen gegen Wehrpflicht in mehreren Städten

Hessische Schülerinnen und Schüler sind am Freitag derweil wieder gegen die Reaktivierung der Wehrpflicht auf die Straße gegangen. Die größten Demonstrationen fanden in Frankfurt, Kassel, Gießen und Darmstadt statt.

Es war bereits der dritte "Schulstreik gegen Wehrpflicht". Seit Anfang März demonstrierten deutschlandweit Zehntausende - teilweise von linksextremen Strömungen unterwandert, wie hr-Recherchen zeigen: Eine Analyse der Akteure und Strukturen legt nahe, dass die Deutsche Kommunistische Partei und ihre Jugendorganisation SDAJ maßgeblich auf das Netzwerk einwirken.

Redaktion: Anna Lisa Lüft

Sendung: hr INFO,

Quelle: hessenschau.de, AFP

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