Ein Jahr nach dem Abstieg U21 der Eintracht vor Rückkehr in die Regionalliga
Das hatten sich die Verantwortlichen von Eintracht Frankfurt damals anders vorgestellt. Im Mai 2025 stieg die U21 des Vereins aus der Regionalliga ab. Das Nachwuchs-Projekt schien in Gefahr. Doch jetzt am Freitag kann die Eintracht diesen Betriebsunfall mit dem sofortigen Wiederaufstieg beheben.
Der Jubel bei den Spielern der U21 von Eintracht Frankfurt und ihren 800 Zuschauern war am Wochenende riesengroß, als Mittelstürmer Lukas Sonnenwald in der dritten Minute der Nachspielzeit gegen Fernwald den 3:2-Siegtreffer erzielte. Spiel gedreht und den Duft des Regionalliga-Aufstiegs in der Nase. Dieser Aufstieg kann nun am Freitag perfekt gemacht werden, auswärts bei Hanau 93 (17 Uhr). Schon ein Punkt reicht, und zack ist der Betriebsunfall Regionalliga-Abstieg der U21 der Eintracht schon nach knapp einem Jahr wieder behoben.
U21 der Eintracht vor Aufstieg
Damals, nach dem Abstieg, hagelte es Kritik. Die Eintracht-Führung habe den U21-Nachwuchs sehenden Auges wieder in die Hessenliga abstürzen lassen. Die damalige Mannschaft war zu jung und zu unerfahren, konnte in der rauen Regionalliga-Wirklichkeit nicht mithalten. "Das nehme ich auch auf meine Kappe. Wir hätten vielleicht auch in der einen oder anderen Situation mehr investieren müssen, um so eine junge Mannschaft mehr zu unterstützen", gab sich Sportvorstand Markus Krösche damals selbstkritisch.
U21 durch Wiederaufstieg wieder in der Spur
War das Projekt U21 bei der Eintracht durch den Abstieg in Gefahr? Nein, wie sich jetzt herausstellt. Die U21 flog regelrecht durch die aktuelle Hessenliga-Saison. Nach einem leichten Durchhänger zu Saisonbeginn im August spurtete sie von Sieg zu Sieg. Anfang Oktober vergangenen Jahres übernahm der Eintracht-Nachwuchs erstmals die Tabellenführung und gab sie bis heute nicht mehr ab.
Einzig der FC Eddersheim konnte lange mithalten, doch auch den hat die Eintracht mittlerweile abgeschüttelt. Nun steht die U21 der Eintracht vor dem Ziel. Ein Erfolg in Hanau und die Hessenliga-Meisterschaft und damit der Regionalliga-Aufstieg wäre in trockenen Tüchern. Dann müsste die Eintracht wieder den Kader für die Regionalliga-Saison formen, diesmal mit einer besseren Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern als in Abstiegs-Spielzeit 2024/25.
Sprungbrett für Talente
Die U21 der Eintracht war bislang ein gutes Sprungbrett für Talente, für einen Sprung außerhalb des Vereins. So spielt Sidney Raebiger mittlerweile in der 2. Liga bei Eintracht Braunschweig und Nacho Ferri in der ersten belgischen Liga beim KVC Westerlo. Der erfolgreichste U21-Zögling der Eintracht ist Noel Futkeu.
Der 23-Jährige ist bei der abstiegsbedrohten Spielvereinigung Greuther Fürth mit beachtlichen 16 Saison-Toren zweitbester Torschütze der 2. Liga und wird im Sommer zur Eintracht zurückgeholt. Falls Futkeu nicht gleich wieder verkauft wird, wofür vieles spricht, wäre er einer, der den Durchbruch bei den Eintracht-Profis schaffen könnte.
Von den aktuellen U21-Spielern stand Fousseny Doumbia immerhin schon siebenmal im Bundesliga-Kader, Torhüter Amil Siljevic einmal. Beide blieben ohne Einsatz. Auch international waren U21-Spieler bei den Profis dabei: Ebu Bekir Is brachte es in der vergangenen Saison auf einen Kurzeinsatz in der Europa League, Marvin Dills und das erst 17-jährige Top-Talent Alexander Staff in dieser Spielzeit auf jeweils ein paar Minuten in der Champions League. Mehr aber dann auch nicht.
Neuer Anlauf für das Projekt U21
So oder so soll die U21 der Eintracht in Zukunft stärker durchstarten. Bei der Akquise der Eintracht-Profis von morgen und als Bestandteil der Regionalliga Südwest.
Aber erstmal muss am Freitag in Hanau-Kesselstadt der Aufstieg perfekt gemacht werden. Mindestens ein Punkt und der Jubel wird sicherlich noch etwas überschwänglicher ausfallen als am vergangenen Wochenende.
