Spatenstich im Odenwald Neubau der Zeller Brücke gestartet
Spatenstich für die neue Zeller Brücke im Odenwald. Ein Jahr nach der Sperrung der alten Brücke hat der Neubau begonnen. Im kommenden Jahr soll sie fertig werden – bis dahin bleiben Umleitungen und Staus Teil des Alltags für Pendler.

"Fast auf den Tag genau ein Jahr ist es her, dass die alte Brücke wegen Längsrissen gesperrt werden musste. Mir ist sehr bewusst: Das Leben der Menschen hier in Zell, aber auch entlang der Umleitungsstrecken, ist seitdem ein anderes", sagte Wirtschafts- und Verkehrsminister Kaweh Mansoori (SPD) beim Spatenstich bei Bad König-Zell (Odenwald) am Donnerstag.
Man habe deshalb das Versprechen gegeben, die zentrale Verkehrsader im Odenwald "so schnell wie möglich" wieder zu beleben. "Mit dem heutigen Spatenstich kann ich sagen: Wir haben einen großen Teil dieses Versprechens eingelöst."

Neue Brücke soll wie die alte aussehen
Auf der Baustelle ist schon vor dem offiziellen Spatenstich einiges passiert: Die Bauarbeiten laufen bereits, aktuell werden die Fundamente für die neuen Brückenpfeiler vorbereitet. Insgesamt soll der Neubau rund elf Millionen Euro kosten und wird vom Bund finanziert.
hr4-Talk: Es geht voran - Spatenstich an der Zeller Brücke im Odenwald
Wenn alles wie geplant weiterläuft, ist die Verkehrsfreigabe für Juni 2027 vorgesehen. "Nächstes Jahr können wir voraussichtlich bereits die Verkehrsfreigabe feiern", so der Wirtschaftsminster. Bis dahin wird es aber noch Einschränkungen geben, zum Beispiel auch bei der Odenwaldbahn.
Der Ersatzneubau der Zeller Brücke entstehe als Spannbetonbauwerk mit drei Feldern - analog zur alten Brücke. Auch in der Ansicht werde sich der Neubau mit dem markanten Pfeilerpaar am bisherigen Erscheinungsbild orientieren.
Alte Brücke musste gesprengt werden
Vor rund einem Jahr musste die Zeller Brücke an der wichtigen Verkehrsader B45 im Odenwald für den Straßen- und Bahnverkehr gesperrt werden. Bei einer Prüfung Ende April 2025 waren Risse im Beton festgestellt worden. Die Brücke, die über die Gleise der Odenwaldbahn führte, war einsturzgefährdet, eine Sanierung nicht möglich. Im Juli 2025 wurde die Brücke gesprengt.
Eine Autobahnanbindung gibt es nicht in der Region. Seit der Sperrung mussten Pendlerinnen und Pendler große Umwege fahren, die offizielle Umleitung schlägt einen großen Bogen. Das kostet Zeit und hat wirtschaftliche Folgen auch für die Firmen in der Region.
Besonders betroffen sind die Menschen im Stadtteil Zell, durch den sich seit Monaten der Ausweichverkehr quält. Auf den Strecken haben sich in den vergangenen Monaten erhebliche Straßenschäden aufgetan. Lärm und Dauerstau belasten die Menschen im Ort.

