Spatenstich im Odenwald Neubau der Zeller Brücke gestartet

Spatenstich für die neue Zeller Brücke im Odenwald. Ein Jahr nach der Sperrung der alten Brücke hat der Neubau begonnen. Im kommenden Jahr soll sie fertig werden – bis dahin bleiben Umleitungen und Staus Teil des Alltags für Pendler.

Weitläufige Baustelle in einem grünen Tal mit bewaldeten Hängen. Im Vordergrund arbeitet ein orangefarbener Bagger in einer tiefen Baugrube mit Betonwänden. In der Mitte steht ein hoher Bohr- oder Rammkran, umgeben von Baufahrzeugen, Containern und Material. Mehrere Personen in orangefarbener Schutzkleidung stehen auf einer Brücke oder Baukante. Im Hintergrund sind Wiesen, Bäume, ein Weg und wenige Gebäude zu sehen.
Die Baustelle der neuen Zeller Brücke ist bereits in Betrieb. Bild © picture alliance / HMB Media | Joaquim Ferreira

"Fast auf den Tag genau ein Jahr ist es her, dass die alte Brücke wegen Längsrissen gesperrt werden musste. Mir ist sehr bewusst: Das Leben der Menschen hier in Zell, aber auch entlang der Umleitungsstrecken, ist seitdem ein anderes", sagte Wirtschafts- und Verkehrsminister Kaweh Mansoori (SPD) beim Spatenstich bei Bad König-Zell (Odenwald) am Donnerstag.

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Spatenstich für neue Zeller Brücke

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Man habe deshalb das Versprechen gegeben, die zentrale Verkehrsader im Odenwald "so schnell wie möglich" wieder zu beleben. "Mit dem heutigen Spatenstich kann ich sagen: Wir haben einen großen Teil dieses Versprechens eingelöst."

Vier Personen stehen nebeneinander hinter einem aufgeschütteten Erdwall und führen einen symbolischen Spatenstich aus. Sie halten Spaten mit schwarz‑rot‑goldenen Griffen, auf denen Erde liegt. Eine Person trägt eine orangefarbene Warnjacke, die anderen Anzug oder Alltagskleidung. Im Hintergrund sind grüne Bäume und ein rotes Baustellenbanner zu sehen; darauf ist kein klar lesbarer Text erkennbar.
Spatenstich für neue Zeller Brücke: (v.l.n.r.) Verkehrsminister Kaweh Mansoori (SPD), Rüdiger Holschuh,, Sandra Funken (beide Landtagsabgeordnete), Oliver Grobeis (Erster Kreisbeigeordneter ) Bild © picture alliance / HMB Media | Joaquim Ferreira

Neue Brücke soll wie die alte aussehen

Auf der Baustelle ist schon vor dem offiziellen Spatenstich einiges passiert: Die Bauarbeiten laufen bereits, aktuell werden die Fundamente für die neuen Brückenpfeiler vorbereitet. Insgesamt soll der Neubau rund elf Millionen Euro kosten und wird vom Bund finanziert.

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hr4-Talk: Es geht voran - Spatenstich an der Zeller Brücke im Odenwald

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Wenn alles wie geplant weiterläuft, ist die Verkehrsfreigabe für Juni 2027 vorgesehen. "Nächstes Jahr können wir voraussichtlich bereits die Verkehrsfreigabe feiern", so der Wirtschaftsminster. Bis dahin wird es aber noch Einschränkungen geben, zum Beispiel auch bei der Odenwaldbahn.

Der Ersatzneubau der Zeller Brücke entstehe als Spannbetonbauwerk mit drei Feldern - analog zur alten Brücke. Auch in der Ansicht werde sich der Neubau mit dem markanten Pfeilerpaar am bisherigen Erscheinungsbild orientieren.

Weitere Informationen

Zeitplan für den Neubau

  • Ab Mai 2026: Tiefgründung für die neuen Pfeilerpaare
  • Hessische Sommerferien: sechswöchige Sperrpause der Bahnstrecke für die Herstellung des Widerlagers Süd
  • Ab Oktober 2026: Fertigstellung der Unterbauten und Stützwände
  • Hessische Herbstferien: zweiwöchige Sperrpause der Bahnstrecke zur Herstellung des Traggerüsts über der Bahnlinie für die Schalung des Überbaus
  • November 2026: Betonage des Überbaus
  • Winter 2026/2027: Herstellung der Kappen und Abdichtung, Brückenausstattung, Straßenbau, Rückbau der Baustraße und Behelfsbrücke
  • Juni 2027: geplante Verkehrsfreigabe, abhängig von Winterverhältnissen
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Alte Brücke musste gesprengt werden

Vor rund einem Jahr musste die Zeller Brücke an der wichtigen Verkehrsader B45 im Odenwald für den Straßen- und Bahnverkehr gesperrt werden. Bei einer Prüfung Ende April 2025 waren Risse im Beton festgestellt worden. Die Brücke, die über die Gleise der Odenwaldbahn führte, war einsturzgefährdet, eine Sanierung nicht möglich. Im Juli 2025 wurde die Brücke gesprengt.

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Zeller Brücke im Odenwald ist gesprengt

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Eine Autobahnanbindung gibt es nicht in der Region. Seit der Sperrung mussten Pendlerinnen und Pendler große Umwege fahren, die offizielle Umleitung schlägt einen großen Bogen. Das kostet Zeit und hat wirtschaftliche Folgen auch für die Firmen in der Region.

Besonders betroffen sind die Menschen im Stadtteil Zell, durch den sich seit Monaten der Ausweichverkehr quält. Auf den Strecken haben sich in den vergangenen Monaten erhebliche Straßenschäden aufgetan. Lärm und Dauerstau belasten die Menschen im Ort.

Karten mit dem Bereich zwischen Bad König und Erbach, die auch in der Karte beschriftet sind. Dazwischen die Strecke der B45, eine Sperrung derselben, eine Ausweichstrecke und die geplante Umleitung.

Redaktion: Katrin Kimpel

Sendung: hr4, 23.04.2026 12:14 / hr-fernsehen, hessenschau,

Quelle: hessenschau.de