Hessen ohne Hindernisse Zehn Tipps für barrierefreie Ausflüge
Hessen ohne Hindernisse entdecken! Ob Städtetour, Naturpark oder Museen: Diese zehn barrierefreien Ausflugstipps führen zu Orten, die für alle zugänglich sind. Perfekt für alle, die nicht perfekt zu Fuß sind.

- Baumkronenweg Edersee in Edertal
- Nationalpark Kellerwald-Edersee
- Hoch hinaus mit der Ettelsberg-Seilbahn in Willingen
- Inklusiver Hochseilgarten und Planetenlehrpfad in Marburg
- Leica Welt in Wetzlar
- Lutherweg in Bad Hersfeld
- Mensch-Tier-Begegnungshof Lamahausen in Hilders
- Museen und inklusiver Pilgerweg in Frankfurt
- Barrierefreies Naturerleben Wald-Michelbach
- Städtetour durch Wiesbaden
Baumkronenweg Edersee
In luftiger Höhe durch den Wald spazieren, das kann man auf dem barrierefreien Baumkronenweg Edersee. Auf rund 750 Metern führt der Eichhörnchenpfad zunächst durch verschiedene Lebensräume des Waldes hin zum Baumkronenweg, der 250 Meter lang ist.
Die Anlage ist rollstuhlgerecht und mit Kinderwagen begehbar. Auch eine behindertengerechte Toilette gibt es im Kassenhaus des Baumkronenwegs. Täglich geöffnet von 10 bis 18 Uhr. Erwachsene zahlen 8,90 Euro Eintritt, Kinder 4,90 Euro.

Nationalpark Kellerwald-Edersee
Der Baumkronenweg Edersee ist nur eine von vielen barrierefreien Ausflugsmöglichkeiten im Nationalpark Kellerwald und der Region Edersee. Einzelne Wanderwege, der Wildtierpark oder die Edersee-Fähre sind barrierefrei. Im NationalparkZentrum, im BuchenHaus und in der KellerwaldUhr können Elektro-Mobile kostenlos geliehen werden - an diesen Orten stehen auch barrierefreie Toiletten zur Verfügung.
Teilhabe wird auch in anderen Bereichen gelebt. So gibt es zahlreiche haptische Modelle, ein 3D-Körperschallmodell, Informationstafeln in Leichter Sprache und einen 4D-Film mit Audiodeskription. Führungen in deutscher Gebärdensprache werden (nach Anmeldung) ebenfalls angeboten. Hier eine Übersicht der barrierefreien Angebote.

Hoch hinaus mit der Ettelsberg-Seilbahn in Willingen
Der Ettelsberg ruft und die Seilbahn bringt alle nach oben - ob mit Rollstühlen, Rollatoren oder Kinderwagen, die Kabinenbahn ist barrierefrei nutzbar. Der Einstieg in die Kabinen ist ebenerdig, in der Tal- und der Bergstation wird die Fahrt verlangsamt, um entspannt ein- und aussteigen zu können.
Auch der Hochheideturm ist barrierefrei, die Plattform über einen Aufzug zu erreichen. Barrierefreie Toiletten gibt es im Hochheideturm sowie in der Gastronomie der Talstation. Täglich geöffnet von 9 bis 17 Uhr. Berg- und Talfahrt kosten für Erwachsene 15,50 Euro, für Kinder 10 Euro.

Hochseilgarten und Planetenlehrpfad in Marburg
Auf dem Freizeitgelände im Marburger Stadtwald ist ein inklusiver Hochseilgarten eröffnet worden, der im Rahmen des Marburger Abenteuer Projekts (MAP) besucht werden kann - das geht allerdings nur mit Voranmeldung.
Zu jeder Zeit kann man in Marburg den Planetenlehrpfad besuchen, der vom Cappeler Feld entlang des Lahnradwegs bis zum Marburger Bahnhof führt. Der sechs Kilometer lange Pfad bildet das Sonnensystem in einem Maßstab von eins zu einer Milliarde ab - mit jedem Schritt legt man in etwa eine Million Sonnensystem-Kilometer zurück.
Die Infotafeln sind mit taktilen Elementen ausgestattet, so dass auch Sehbehinderte und blinde Menschen die Inhalte erfassen können. Die Strecke führt über asphaltierte Wege und ist kinderwagengerecht.

Leica Welt in Wetzlar
Die Stadt Wetzlar hat Informationen für Menschen mit Beeinträchtigungen in einer umfangreichen Broschüre gebündelt. Ein besonderer Ausflugsort ist die Leica Welt mit dem Ernst Leitz Museum. Dort treffen Kunst, Technik und Geschichte aufeinander. Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 18 Uhr. Museum: 11 Euro Eintritt für Erwachsene, Kinder bis 8 Jahre haben freien Eintritt. Leica-Tour: 8 Euro für Erwachsene, ermäßigt 6 Euro.
Alle Räume sind stufenlos oder über Aufzüge erreichbar, Exponate und Informationen sind größtenteils im Sitzen einsehbar. Es gibt auch besondere Führungen für Menschen mit Gehbehinderung und Rollstuhlfahrer sowie Führungen für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen - dafür ist eine Anmeldung nötig. Nicht barrierefrei sind die Tour vom Leitz-Park in die Altstadt und der Naturlehrpfad.

Lutherweg in Bad Hersfeld
Rund um den Fuldasee in Bad Hersfeld führt der etwa 900 Meter lange Luther-Rundweg. Dort bekommt man an verschiedenen Stationen einen Einblick in die Geschichte der Reformation und das alles auf barrierefreien Wegen.
Die Erlebnisstationen wie eine Klangscheibe oder ein Hörrohr sind auch im Sitzen nutzbar. Zudem sind akustische Informationen vorhanden und es gibt Informationen in Brailleschrift sowie einen Tastplan des Fuldasees und seiner Umgebung.

Mensch-Tier-Begegnungshof Lamahausen in Hilders
Spontan kann man den Mensch-Tier-Begegnungshof Lamahausen in Hilders nicht besuchen, eine Anmeldung ist nötig. Doch dann erwartet Besucher eine besondere Zeit mit Lama Oskar, Pfau Henry und vielen anderen Tieren.
Die Besuche sind barrierefrei möglich - inklusive der Toilette. Der gemeinnützige Verein bietet auch regelmäßige Veranstaltungen an, von der Kräuterzeit für Erwachsene bis hin zu Mutmach-Tagen für Frauen.

Museen und inklusiver Pilgerweg in Frankfurt
Die Stadt Frankfurt bündelt ihre barrierefreien Angebote in einem digitalen Reiseführer. Der Katalog "Frankfurt am Main barrierefrei" kann kostenlos bestellt werden. Botanischer Garten, Romantikmuseum, Historisches Museum und viele weitere Museen der Stadt sind auf ihre Barrierefreiheit geprüft.
Eine Besonderheit ist das Dialogmuseum, in dem die Besucherinnen und Besucher von blinden oder sehbehinderten Guides durch einen lichtlosen Parcours geführt werden. Die Tour kostet für Erwachsene 17 Euro, für Kinder 9 Euro.

15 Kilometer lang ist der Inklusive Pilgerweg, der von der Kirche St. Leonhard in der Innenstadt bis zur Justinuskirche in Höchst führt. Der Wanderweg ist stufenlos und bis auf einige Kopfsteinabschnitte leicht begeh- und befahrbar, dazu insgesamt nahezu autofrei.
Es gibt eine App mit Wegbeschreibungen und Anregungen zum Innnehalten, die für hörbehinderte und gehörlose Menschen sowie für Blinde und Sehbehinderte optimiert wurde und die Inhalte auch in Leichter Sprache anbietet.
Barrierefreies Naturerleben Wald-Michelbach
In Wald-Michelbach (Bergstraße) führt unter dem Titel "Barrierefreies Naturerleben" eine 3,3 Kilometer lange Wanderstrecke von Unter-Wald-Michelbach nach Affolterbach. Die Tour folgt dem Verlauf der ehemaligen Bahnstrecke und ermöglicht einen weitestgehend barrierefreien Zugang zu Natur und Landschaft. Es ist allerdings kein Rundkurs, Start und Ziel liegen 3,3 Kilometer voneinander entfernt.
Was gibt es zu sehen? In erster Linie viel Landschaft. Weil aber auch der Kunstwanderweg hier entlangführt, säumen zahlreiche Skulpturen den Weg. Barrierefreie Toiletten gibt es im Rathaus Wald-Michelbach und im Heimatmuseum - unmittelbar an der Strecke befinden sich keine sanitären Anlagen.

Städtetour durch Wiesbaden
In Sachen Barrierefreiheit und Inklusion hat sich in den vergangenen Jahren in Wiesbaden einiges getan. So gibt es seit Juli 2025 in einigen Geschäften eine "stille Stunde", die Menschen mit Autismus den Einkauf erleichtert.
Auch ein barrierearmer Innenstadtplan, der eine Orientierung über Steigungen, barrierefreie Toiletten und Tastmodelle gibt, wurde entwickelt. So lässt sich das "historische Fünfeck" optimal erkunden. Mit dem Museum Wiesbaden (Erwachsene 8 Euro, alle unter 18 Jahren kostenlos) und dem Museum Reinhard Ernst (Erwachsene 14 Euro, Kinder und Jugendliche kostenlos) können Kunstfreunde zwei Museen in direkter Nachbarschaft besuchen, die beide voll rollstuhlgerecht ausgebaut sind.
