Frankfurterinnen haben Champions League im Blick Dominante Eintracht bleibt nach Statement-Sieg demütig
Die Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt spielen Top-Team Wolfsburg an die Wand und festigen Europapokalrang drei. Von Orakel-Trainer Niko Arnautis gibt es aber (noch) Feierverbot.

Niko Arnautis hatte am Morgen schon ein gutes Gefühl. "Ich bin aufgewacht und habe meiner Frau gesagt: Ich glaube, heute liegt was in der Luft“, offenbarte der Eintracht-Trainer mit den griechischen Wurzeln dem hr-sport am Sonntag seine Orakel-Fähigkeiten. Denn Arnautis sollte Recht behalten. Es lag etwas in der Luft an diesem Top-Spiel-Sonntag: der süße Duft eines Statement-Siegs seiner Mannschaft.
Kurz nach der Halbzeit war das Spiel entschieden
Die Eintracht hat den VfL Wolfsburg am Nachmittag nicht nur 3:1 geschlagen, sie hat das Spiel gegen den Liga-Zweiten "dominiert und hochverdient gezogen", resümierte Arnautis. "Wir haben gute Lösungen gehabt, drei Tore geschossen und hinten wenig zugelassen: Das musst du erst mal schaffen gegen Wolfsburg."
Schon lange vor dem 1:0 von Nicole Anyomi (27. Minute) hatten die Gastgeberinnen mehrere dicke Chancen auf die Führung. "Wir hätten zwei, drei Tore mehr mache können, schon in der ersten Halbzeit", befand Ereleta Memeti, die kurz vor dem Pausentee immerhin noch das 2:0 nachlegte (44.). Spätestens mit dem dritten Treffer durch Nadine Riesen (46.) war die Messe vor 4.722 Fans am Brentanobad gelesen.
Selbstbewusst in den Saisonendspurt
"Die Energie war heute direkt da, alle hatten Bock und die Kulisse haben wir natürlich gerne mitgenommen", sagte eine rundum zufriedene Anyomi dem hr-sport. Und Teamkollegin Memeti war sich sicher: "So ein Sieg gegen Wolfsburg gibt einem Selbstbewusstsein. Es wird ein guter Endspurt für uns."
Noch drei Spiele haben die Hessinnen zu gehen in dieser Spielzeit. Das erklärte Saisonziel, sich erneut fürs internationale Geschäft zu qualifizieren, ist zum Greifen nahe. Die SGE hat zwar vier Punkte Rückstand auf den Liga-Zweiten aus Wolfsburg, aber auch fünf Punkte Vorsprung vor dem Liga-Vierten aus Leverkusen. Gewinnt Hoffenheim am Montagabend gegen Köln, sind die Kraichgauerinnen mit vier Punkten Rückstand der ärgste Verfolger.
"Man muss demütig bleiben"
Der Sieg gegen den VfL sei zwar "ein wichtiger Schritt" in Richtung Europa gewesen, so Arnautis, der gleich darauf aber zumindest ein bisschen auf die Euphoriebremse trat: "Man muss demütig bleiben. Wir müssen noch den einen oder anderen Sieg holen."
Die nächste Chance dazu hat sein Team am kommenden Montag (18 Uhr) gegen Nürnberg. Bleibt zu hoffen, dass Orakel Arnautis auch dann wieder mit einem guten Gefühl aufwacht.
